Ö1: Die schwierige Übung, als klassischer Musiker Jazz zu spielen

Zum Internationalen Tag des Jazz: Über die „Wahrheit des Augenblicks“.
Der Musiker und Komponist Paul Gulda ist zu Gast bei Rainer Rosenberg. 

Seine ersten Lehrer – schreibt Paul Gulda auf seiner Homepage – waren zwei Jazzer: Fritz Pauer und Roland Batik und wenn auch wie sein Vater ausgebildeter klassischer Pianist, fügt er hinzu: „Auf einer bestimmten Ebene des musikalischen Denkens und Sprechens verschwimmt und verschwindet der Unterschied zwischen Komposition, Interpretation und Improvisation. Was zählt und die Hörer ergreift, ist die Wahrheit des Augenblicks.“

Was heißt Freiheit beim Musizieren; was bedeutet es, sich an Jazz-Klassikern abzuarbeiten, wenn man einen Superstar als Vater hat, der sich zeitlebens bemüht hat, für sich und das Publikum neue Felder der Musik zu eröffnen?

Paul Gulda erweitert ebenfalls musikalische Räume. Rainer Rosenberg spricht mit ihm.

Gestaltung: Rainer Rosenberg

Paul Gulda übernimmt Musikforum Viktring

Gute Nachrichten für alle Fans des Musikforums Viktring: Der Pianist und Komponist Paul Gulda (56) wird das traditionsreiche Festival, dessen Zukunft zuletzt ungewiss war, ab Herbst übernehmen. Das bestätigte Werner Überbacher, langjähriger Leiter des Musikforums: „Das ist das Beste, was uns passieren konnte.“

Schließt sich damit doch ein Kreis: Friedrich Gulda war Gründungsvater des „alten“ Musikforums (1967-70 Ossiach, 1972/73 Viktring). Sohn Paul erzählt gerne, dass seine erste bewusste Erinnerung an den Vater als Musiker mit dem Musikforum einsetzt: „Viktring 1973 steht mir als Erstes vor Augen: der Protest aus dem Publikum über die Freie Improvisation, und dann Bach am Clavichord, auf der Holzbühne, bei strömendem Regen umringt von jungen Hippies“, erzählte er in einem Interview mit der Kleinen Zeitung. 45 Jahre, nachdem Friedrich Gulda eigentlich das „Wohltemperierte Klavier“ spielen hätte sollen und große Teile des Publikums mit Free Jazz verärgerte, wird nun Sohn Paul mit Bachs berühmten Präludien und Fugen das diesjährige Musikforum eröffnen (7. Juli).

Quelle: Kleine Zeitung Kärnten

Reise zwischen Ost und West

17. Jänner 2016 Eine kontinuierliche Reise zwischen Ost und West ermöglicht die CD ‘Path of Love’ von Gramola, auf welcher der palästinensische Musiker Marwan Abado und der Wiener Pianist Paul Gulda ein Programm zwischen Bach und orientalischer Volksmusik spielen, Gulda auf dem Cembalo, Abado auf der Oud, der arabischen Laute, und er singt auch. Ein apartes Programm, musikalisch auf hohem Niveau und aufnahmetechnisch herausragend (Gramola 99105).  Remy Franck, www.pizzicato.lu

Paul Gulda: Haydn alla Zingarese

„Haydn alla Zingarese – Zingarese à la Haydn“: Mit diesem höchst erfolgreichen Projekt haben Paul Gulda und befreundete Roma-Künstler Musikgeschichte geschrieben. „Meine ersten Lehrer waren zwei Jazzer: Fritz Pauer und Roland Batik“, erzählt der vielseitige Pianist. „Mein Vater, Friedrich Gulda, hat mir unbedingte Hingabe an die Musik vermittelt, Leonid Brumberg mich die Grundlagen der russischen Schule gelehrt. Rudolf Serkin hat mir zuletzt wahre Güte und Unterstützung geschenkt. Die Summe daraus zu ziehen, womöglich darüber hinaus zu gehen und dies weiterzugeben, sehe ich als meine Aufgabe an.“ Genau das geschieht an diesem Abend, der alles andere als eine trockene musikhistorische Lektion darstellt, also nicht erforschen will, „was Haydn an ‚Zingarese‘-Musik gehört haben mag“, so Gulda: „Schließlich kann auch Haydns Musik heute nicht mit letzter Sicherheit ‚authentisch’ interpretiert werden. Vielmehr geht es um eine freundschaftliche Annäherung der beiden Stile und für mich als ‚klassischen‘ Musiker um ein Lernen der improvisatorischen Spielfreunde der Roma.“

Kultur.Leben präsentiert: Pianist Paul Gulda und Cellist Erich Oskar Hütter

Der eine, der Pianist Paul Gulda: gefeierter Solist, Kammermusiker, Improvisator, Dirigent und Komponist. Rund 20 CD-Veröffentlichungen verschiedener Richtungen. Der andere, der Cellist Erich Oskar Hütter: ebenfalls auf den großen Bühnen dieser Welt zu Hause: Am Dienstag den 13. Oktober in der Remise werden sie gemeinsam Werke von Johannes Brahms spielen.

Der Musiker Paul Gulda

Am Beginn seiner Karriere viele Auftritte im Klavierduo mit Roland Batik. Bald schon folgten Konzerte als Solist, Kammermusiker (besonders mit Heinrich Schiff und dem Hagen-Quartett) und mit Orchestern in vielen Ländern Europas, in Japan, Südamerika und den USA, darunter die Wiener Symphoniker, Mozarteum Salzburg, RSO Wien, Gewandhaus Leipzig, St. Martin/Fields, oder etwa dem Moscow Radio oder der Japan Philharmonic. Dirigenten wie Kurt Masur, Yehudi Menuhin und Sandor Végh waren ebenso seine Partner. Sein Debut mit den Wiener Philharmonikern unter Zubin Mehta mit Gershwins „Rhapsody in Blue“ wurde live im ORF ausgestrahlt.

Der Cellist Erich Oskar Hütter

Schon während des Studiums gewann er Preise bei internationalen Wettbewerben in Wien, Stresa, Düsseldorf und Gorizia. Solistische Auftritte erfolgten bald schon unter Daniel Barenboim, sowie u.a. mit folgenden Orchestern: Basler Symphoniker, Kammerorchester Moskau, Universitätsorchester des Royal College of Music London. Er konzertierte u.a. in Wien, Salzburg, Berlin, Rom, New York City, Washington, Jerusalem und Shanghai.

Ein ganz wichtiges Anliegen ist ihm die Rolle der Musik in der Gesellschaft. So hat er seit 2006 die künstlerische Leitung des von ihm gegründeten interkulturellen Kammermusikfestivals „Sounding Jerusalem“ inne. Über 20 hochkarätig besetzte Konzerte in Jerusalems Altstadt bieten den Menschen in der krisengeschüttelten Region eine Plattform, sich über die Sprache der Musik in einem künstlerischen Freiraum zu bewegen.

Karten:Karten sind an der Abendkasse, sowie im Vorverkauf bei Bludenz Kultur, im Gemeindehaus Nüziders und in den Vorarlberger Hypobank-Filialen erhältlich. Die Einnahmen kommen zur Gänze Caritasprojekten für Aids-Waisenkinder in Äthiopien zugute.

 

Quelle: vol.at (2009)